Warum Kommandos und Leckerli in der Hundeerziehung nichts zu suchen haben

Hier möchten wir dir erklären, wieso wir das Erlernen von Kommandos und den Einsatz von Leckerli für ungünstig oder sogar kontraproduktiv halten.

Blickkontakt-Training

Das Blickkontakt-Training, bei dem der Hund lernt, dem Menschen gegen eine Belohnung in die Augen zu schauen, ist per se schwachsinnig und kontraproduktiv. Hunde starren sich nicht in die Augen, das ist aus ihrer Sicht sehr unhöflich und provokant. Das ist, als ob man als Mensch bei der Begrüßung die Faust ballt statt die Hand zu geben.

Hunde, die kein Blickkontakt-Training erhalten haben, sind laut einer Studie der Vetmed Uni in Wien sogar in der Lage, dem Blick des Menschen zu folgen und schauen dann auch in dieselbe Richtung.

Sitz, Platz, Bleib und Co.

Bevor man damit anfängt, den Hund mit Kommandos zu dressieren, sollte man sich fragen, warum man das überhaupt machen möchte. Es hat zwar eine lange Tradition, sollte aber trotzdem hinterfragt werden. Wenn man glaubt, dass der Hund dadurch folgsam und brav ist, wird sich schnell umschauen, wenn er in bestimmten Situationen mit Leckerli und gutem Zureden nicht weiterkommt. Der Hund fasst das Training als Spiel auf und möchte, wenn etwas Spannenderes seine Aufmerksamkeit erregt, natürlich nicht spielen, sondern sich dieser Sache zuwenden.

Bei Fuß laufen

Dadurch, dass der Hund beim Erlernen dieses Kommandos mit Leckerli belohnt wird, starrt er die ganze Zeit auf die Hand des Trainers, in der Hoffnung, dass wieder eine Belohnung gegeben wird. So kann er nicht Hund sein, weil das alles andere als artgerecht ist. Und im Ernstfall, also wenn etwas Interessanteres seinen Weg kreuzt, möchte der Hund gar kein Leckerli mehr haben.

Nein oder Pfui

Der Hund erwartet immer eine bessere Alternative, weil man ihm das Kommando so beigebracht hat. Und genau diese Alternative kann man ihm irgendwann nicht mehr bieten. Leckerli sind nach einer Weile halt nicht mehr so interessant wie Beutetiere oder Exkremente.

Wenn man mit Schlüsselwerfen arbeitet, erschreckt man den Hund und er wird panisch versuchen, diese Situation oder einen bestimmten Gegenstand zu meiden. Das kann sogar dazu führen, dass man sich einen Angsthund zieht. Wenn der Gegenstand zu einer anderen Zeit nicht gemieden werden soll, nimmt der Hund den Menschen nicht mehr ernst.

Rückruf

Das Kommando Rückruf ist das frustrierendste von allen. Es ist für Notfälle gedacht und genau dann hört der Hund sowieso nicht darauf. Er ordnet es wie alle anderen Kommandos als Spiel ein und möchte gerade nicht spielen, sondern das tun, was er für richtig hält. Der Hund folgt dann seinem Instinkt und der Mensch hat in diesem Moment sowieso nichts mehr zu melden.

Fazit

Kommandos oder Leckerli braucht man nicht. Man sollte den Hund einfach vorbildlich führen, dann folgt er einem immer und es kommt erst gar nicht zu heiklen Situationen. Kommandos üben kann man zwar mal als Beschäftigung, sprich im Spiel einbauen, aber das war's dann auch schon. Es ist viel sinnvoller, die Sprache des Hundes zu erlernen. Hunde geben sich auch gegenseitig keine Kommandos, sondern verständigen sich primär über Körpersprache und Aktionen. Genau nach diesem Prinzip arbeiten wir beim Rudelführer-Onlinekurs. Der Hund versteht sehr schnell, wie er sich zu benehmen hat, ganz ohne Worte und Leckerlis - völlig artgerecht.


Wenn du nicht möchtest, dass du für deinen Hund nur der Kommandogeber und Futterverwalter bist, sondern dass dein Hund freiwillig zu dir aufschaut und dich bedingungslos als Rudelführer akzeptiert, dann kannst du das mit unserem Rudelführer-Onlinekurs erreichen. Völlig ohne Kommandos und Leckerli.