Warum du der Rudelführer deines Hundes sein solltest

Viele "Hundebesitzer" zwingen ihren Hund unwissentlich dazu, der Rudelführer zu sein. Er wird mit Aufmerksamkeit und Leckerli überschüttet, was in den Augen des Hundes aber Unterwerfungsgesten sind. Auch findet oft eine Vermenschlichung des Hundes als Kind- oder Partnerersatz statt. Zudem sind Hunde (insbesondere Welpen) einfach zu niedlich, um sie so zu behandeln, dass sie sich wohlfühlen, nämlich als Hund.

Folglich wird der Hund seine Rolle als Rudelführer annehmen und seinen imaginären Thron besteigen. Er wird damit anfangen, den Menschen zu manipulieren, ihn in seiner Bewegung einzuschränken und die Führung zu übernehmen. Nach und nach entstehen immer mehr Konflikte und Probleme. Der zuvor vergötterte Hund versteht die Welt nicht mehr, wenn der Hundebesitzer sich über ihn ärgert. Und der Mensch versteht nicht, wieso der Hund nicht mehr hört, wo er ihm doch so viele schöne Dinge kauft, die besten Leckerli gibt und ihn über alles liebt.

Eigentlich kann der Hund uns auch gar nicht in unserer modernen Welt führen. Denn er kennt weder die Gegenstände unseres Alltags noch kann er Gefahren unserer Zivilisation wie insbesondere Straßenverkehr oder die bösen Absichten anderer Menschen erkennen. Und Essen kann der Hund uns auch nicht organisieren. Eigentlich möchte er gar nicht die Verantwortung haben, er will einfach nur Hund sein und braucht jemanden, der ihm alle Entscheidungen abnimmt, ihm Grenzen setzt und auf den er sich absolut verlassen kann. Und genau dieser jemand sollte man für seinen Hund sein.

Diszipliniere und führe deinen Hund

Disziplinieren bedeutet nicht, aus reiner Machtgier oder um das eigene Ego zu polieren, andere zu unterdrücken oder zu quälen. Denn dann gehorcht der andere nicht freiwillig, sondern aus Angst. Beim Rudelführer ist Disziplinieren kein reines Machtgehabe, sondern notwendig für die Sicherheit des Rudels. Der Disziplinierende ist nicht der Stärkere, sondern der Klügere. Er überzeugt durch seine Ausstrahlung und natürliche Autorität, nicht durch Muskelkraft.

Bei Hunden gibt es keine Gleichberechtigung, denn sie denken nicht demokratisch, sondern hierarchisch und das kann der Mensch nun mal nicht ändern. Entweder führt der Hund den Menschen oder umgekehrt. Ein Hund wird zum Rudelführer, weil kein anderer die Aufgabe übernimmt, zu agieren. Er ist damit aber überfordert und jeden Tag unter Stress. Dadurch kann er auch aggressiv werden. Ein Hund, der die Rolle des Rudelführers ausfüllen muss, ist ein ganz verzweifelter Hund mit einer massiven Verhaltensstörung. Damit es erst gar nicht so weit kommt, musst du ihn konsequent führen. Wehre den Anfängen!

Um deinen Hund zu führen, musst du seine Sprache sprechen und nicht anders herum. Vergiss den Einsatz von Kommandos. Diese deutet der Hund beim Erlernen mit Leckerlis eher als Spielkomponente oder beim Erlernen durch menschlichen Körpereinsatz wie Runterdrücken als Unterlegenheit und Schwäche.

Vorbild Wolf

Im freilebenden Wolfsrudel sind die Ränge normalerweise geklärt. Die Elterntiere sind die Leitwölfe und führen ihre Kinder aus verschiedenen Jahrgängen. Ein junger erwachsener Wolf in der freien Wildbahn verlässt nach 2-3 Jahren das Rudel und gründet im Idealfall sein eigenes.

Weil wir den Hund nicht einfach alleine frei herumlaufen lassen können, ist das Verhältnis zwischen Mensch und Hund in dieser Hinsicht eher wie das von in Gefangenschaft lebenden einander fremden Wölfen zu sehen. Außerdem sind wir ja auch nicht mit dem Hund verwandt - noch eine Parallele. Aber im Gegensatz zu gefangenen Wölfen, die Rangkämpfe veranstalten, arbeiten wir mit Klugheit und Geschick. Wir sorgen ohne Machtkämpfe für Ordnung im Rudel, wir finden Lösungen und setzen uns so durch, wie freilebende Leitwölfe das tun. Wir haben dabei Vorbildfunktion für den Hund und werden von ihm respektiert.

Sei der Rudelführer

Der Hund weiß, dass du kein Hund bist, dennoch kannst du seine Sprache lernen und ihm klar machen, dass nicht er, sondern du der Rudelführer bist. Er wird sich verstanden fühlen und freiwillig unterordnen. So könnt ihr friedlich und relativ stressfrei miteinander leben.


Wenn du mehr als nur ein Hundebesitzer sein möchtest, dann helfen wir dir mit unserem Rudelführer-Onlinekurs dabei. Wir zeigen dir, was einen Rudelführer ausmacht und wie du das praktisch umsetzen kannst. Wir trainieren nämlich dich und nicht deinen Hund! Nur, weil andere Hundebesitzer keine Ahnung von ihren Hunden haben, musst du ja nicht dazugehören. Oder?